Duschgel selber machen: 6 chemiefreie Rezepte für jeden Hauttyp

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Allergieauslösende Farbstoffe. Hormonell wirksame Substanzen. Mikroplastik. Erdöl. – Die Liste bedenklicher Inhaltsstoffe, die wir uns jeden Tag mit unserem Duschgel auf die Haut schmieren, ist lang. Jetzt die gute Nachricht: Sie können Bodylotion ganz einfach selbst herstellen – mit natürlichen Zutaten und vollkommen ohne Chemie. Und günstiger als die Pflegeprodukte aus dem Laden ist Ihr Selfmade-Duschgel ebenfalls. Wir zeigen Ihnen, was Sie brauchen, und stellen Ihnen wunderbar einfache Rezepte vor.

Vorteile, wenn Sie Ihr Duschgel selber machen

  • Bei selbst gemachtem Duschgel können Sie ausschließlich auf gesundheitlich unbedenkliche, natürliche Inhaltsstoffe zurückgreifen. Sie verzichten bei Ihrem Naturprodukt auf Parabene, Farbstoffe, Silikone und Mikroplastik. Damit schützen Sie Ihre Gesundheit und unsere Umwelt. Gerade die Kosmetik-Industrie produziert Berge von Plastikmüll.
  • Selbstgemachte Naturkosmetik ist günstiger als die Produkte aus Drogerie und Supermarkt.
  • Sie können Ihre Lieblingsdüfte verwenden.
  • Außerdem tragen Sie aktiv dazu bei, den Plastikmüll zu reduzieren: Für Ihr selbst hergestelltes Duschgel können Sie entweder einen alten, ausgespülten Spender oder eine Glasflasche verwenden.
  • Das Prüfen der Inhaltsstoffe von konventionellen Produkten auf dem Verbraucherportal Codecheck entfällt.

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3 gesundheitlich bedenkliche Inhaltsstoffe in konventionellem Duschgel

In handelsüblichen Duschprodukten finden sich Parabene, Sulfate und Silikone. Fast jeder hat diese Begriffe schon einmal gehört oder gelesen. Aber kaum jemand weiß, was sich dahinter eigentlich verbirgt. Wir klären auf.

1. Parabene

Dabei handelt es sich um ein Konservierungsmittel. Parabene verhindern, dass sich in der Kosmetik Keime bilden. In ihrer chemischen Struktur ähneln Parabene dem weiblichen Sexualhormon Östrogen – und sie sind hormonell wirksam. Beim Duschen werden sie mit dem Duschgel von der Haut, unserem größten Sinnesorgan, aufgenommen. Es wird befürchtet, dass Parabene den Hormonhaushalt durcheinanderbringen könnten.

Ein Tierversuch mit Ratten scheint diese Befürchtungen zu bestätigen: Es wurde festgestellt, dass Parabene den Testosteronspiegel senken. Die Anzahl der gesunden Spermien ging bei den männlichen Tieren zurück. Bei weiblichen Ratten vergrößerte sich der Uterus. Wissenschaftlich aussagekräftige Studien zur Langzeitwirkung von Parabenen auf Menschen fehlen noch.

Fest steht: Parabene lagern sich im Körper an. Das konnte eine Studie, an der 2.548 Menschen teilnahmen, nachweisen. Bei den Frauen war die gemessene Paraben-Konzentration um einiges höher als bei den Männern. [1] Das ist nicht verwunderlich, denn Frauen nutzen mehr kosmetische Produkte. Und Parabene finden sich nicht nur in Duschgelen, sondern beispielsweise auch in Hautcremes, Deos, Sonnenschutzmitteln und Zahnpasta.

Lösen Parabene Brustkrebs aus?

Eine britische Studie von 2004 stellte einen Zusammenhang zwischen parabenhaltigen Deos und Brustkrebs her. Den Forschern war aufgefallen, dass die Mehrheit der Proben von Brusttumoren Parabene enthielten. [2] Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) in Berlin wertete das  allein nicht als Beweis: „Allein aufgrund der Tatsache, dass Parabene in Tumorgewebe von Brustkrebskranken enthalten sein könnten, lässt sich nach Meinung des Institutes noch kein ursächlicher Zusammenhang zwischen diesen Stoffen und der Entstehung von Brustkrebs herstellen.“ [3]

2. Polyethylenglykole (PEG)

PEG verbinden Wasser und Öl. Sie dienen der Verbesserung der Konsistenz von Duschgelen. Gewonnen werde sie aus Erdöl. Der Ausgangsstoff Ethylenoxid wird unter anderem als Frostschutzmittel verwendet.

Auf der Liste der Inhaltsstoffe tauchen PEG meistens als PEG-8 oder PEG-15 auf. Aber auch die Waschsubstanz Sodium Laureat Sulfate gehört zu den PEG. [4] Das Problem dieser Inhaltsstoffe: Sie machen die Haut durchlässig, sodass Schadstoffe leichter eindringen können. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie die Haut austrocknen.

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3. Silikone

Silikone sind synthetische Polymere, die für eine Aufpolsterung der Haut sorgen sollen. Pflegewirkung besitzen sie nicht. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind sie für Menschen nicht schädlich. Aber sie sind nicht biologisch abbaubar. Das wiederum heißt: Beim Duschen gelangen die Silikone ins Grundwasser.

Durch das Grundwasser werden die Chemikalien, so wie andere Giftstoffe, in den Nahrungskreislauf zurückgeführt und wir nehmen Sie über unsere Lebensmittel wieder auf. Erfahren Sie hier, welche 5 Gifte in unserem Essen stecken, die wir täglich zu uns nehmen >>

Grundrezept: Duschgel selber machen auf der Basis von Naturseife

Sie wollen Parabene & Co. sicherheitshalber vermeiden? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihr Duschgel selbst herstellen können. Das geht schnell, ist preiswert und risikolos.

Sie benötigen für das Grundrezept nur wenige Zutaten:

  • palmölfreie Naturseife (ca. 40 Gramm) oder Kernseife
  • 400 ml Wasser
  • Olivenöl
  • Optional: 10 ml pflanzliches Lecithin zum Binden der Zutaten
  • Sonst: Johannisbrotkernmehl als Verdickungsmittel

Anleitung:

  • Raspeln Sie das Seifenstück mit einer Küchenreibe möglichst fein.
  • Geben Sie das Wasser zusammen mit der Seife in einen Topf.
  • Erwärmen Sie die Mischung bei mittlerer Hitze.
  • Rühren Sie die Lauge mit einem Schneebesen um.
  • Haben sich die Seifenstücke aufgelöst, lassen Sie die Masse etwas abkühlen.
  • Geben Sie das Olivenöl mit dazu.

Bei diesem Basisrezept hat Ihr Duschgel keinen speziellen Duft. Wenn Sie mögen, fügen Sie ein paar Tropfen naturreine ätherische Öle hinzu. Dabei können Sie Ihren persönlichen Lieblingsduft wählen oder Düfte mischen. Möchten Sie die Pflegewirkung verstärken? Das gelingt beispielsweise durch die Zugabe von Honig, Kokosmilch oder Naturjoghurt. Trauen Sie sich ruhig, unterschiedliche Zutaten auszuprobieren!

5 Tipps, die Ihnen die Herstellung von Duschgel erleichtern

1. Haltbarkeit beachten:

Ihr selbst hergestelltes Duschgel beinhaltet keine Konservierungsmittel. Darum ist es nur begrenzt haltbar. Etwa eine Woche können Sie es unbesorgt verwenden. Sie habe zu viel produziert? Kein Problem: Legen Sie sich einfach einen Vorrat an. Dazu teilen Sie die Duschcreme nach der Fertigstellung in mehrere Portionen auf. Einen Pumpspender können Sie zum Sofortgebrauch in die Dusche stellen. (Ein Pumpspender ist zur Entnahme am sinnvollsten, denn so halten Sie Bakterien von Ihrem Duschgel fern.) Den Rest frieren Sie ein.

2. Duschgel verschenken

Oder machen Sie persönliche Geschenke daraus: In einer hübschen Glasflasche mit einem selbstgedruckten Etikett und ein bisschen Dekoration wirkt die selbst hergestellte Naturkosmetik besonders edel. Und Sie haben ein Präsent aus der Küche, das es in dieser Form nirgends zu kaufen gibt.

3. Arbeitsgeräte desinfizieren

Um die Haltbarkeit Ihres Naturprodukts zu erhöhen, sollten Sie sämtliche Arbeitsgeräte (Topf, Schneebesen, Reibe, Pumpspender oder Seifenspender…) vor Gebrauch mit einer heißen Soda-Lösung oder Alkohol desinfizieren.

4. Die Verbindung der Zutaten erleichtern

Wenn Sie Duschgel selber machen, sorgen Sie durch kräftiges Schütteln des Gels im Schraubglas oder durch das Aufschlagen mit den Schneebesen für eine optimale Durchmischung der Zutaten. Noch etwas leichter geht es mit der Zugabe von 10 ml pflanzlichem Lecithin.

5. Duschgel mit Johannisbrotkernmehl andicken

Ist die Mischung insgesamt noch etwas zu dünnflüssig? Dicken Sie Ihr Gel mit Johannisbrotkernmehl an, bis es die ideale Konsistenz erreicht hat. Falls Sie etwas über das Ziel hinausschießen, kein Problem: Mit Wasser wird das Gel wieder flüssiger.

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Duschgel selber machen – 6 verblüffend einfache Rezepte für ein traumhaftes Duscherlebnis

1. Duschgel mit Mandelöl und Vanille – für einen betörend-verführerischen Duft

Sie duschen am liebsten täglich? Dafür ist diese milde Creme mit zartem Vanilleduft eine hervorragende Wahl: Das Mandelöl pflegt und beruhigt die Haut. Vanille sorgt für einen Hauch von Verführung.

Zutaten:

  • 200 ml Basentee
  • 50 Gramm Naturseife (ohne Palmöl)
  • 20 ml Mandelöl
  • 5 Gramm Basenpulver aus dem Reformhaus
  • 5 Tropfen naturreines, ätherisches Vanille-Öl

Zubereitung:

  1. Bereiten Sie den Basentee nach Anleitung zu.
  2. Raspeln Sie die Naturseife und geben Sie sie zum fertig gebrühten Tee dazu.
  3. Rühren Sie die Mischung mit einem Schneebesen solange um, bis sich die Seife aufgelöst hat.
  4. Fügen Sie nach einer kurzen Abkühlzeit das Mandelöl und das ätherische Vanille-Öl hinzu.
  5. Füllen Sie die entstandene Seife in einen Spender oder in ein Glas um.
  6. Vor Gebrauch gut schütteln!

2. Duschgel mit Honig und Kokosöl – für samtweiche Haut

Honig wirkt leicht antibakteriell. Kokosöl spendet reichhaltig Feuchtigkeit und sorgt für einen exotischen Duft. Das Ergebnis: Eine Pflegedusche, die für streichelzarte Haut sorgt.

Zutaten:

  • 6 Esslöffel neutrale Flüssigseife (ohne Palmöl, ohne Zusätze)
  • 3 Esslöffel Bio-Honig
  • 3 Esslöffel Bio-Kokosöl
  • 5 Tropfen ätherisches Lavendel-Öl

Zubereitung:

  1. Im Sommer ist das Kokosöl flüssig. Bei kühleren Temperaturen wird es fest. Erwärmen Sie es im Winter in einem warmen Wasserbad.
  2. Geben Sie den Honig und das Lavendel-Öl dazu.
  3. Anschließend mischen Sie diese Masse mit der Flüssigseife.
  4. Füllen Sie die entstandene Seife in einen Spender oder ein Glas um.
  5. Vor Gebrauch gut schütteln!

3. Duschgel mit Mandelöl und Ingwer – reduziert Cellulite

Ingwer macht munter, belebt und fördert die Durchblutung, so dass Gift- und Schadstoffe besser ausgeschieden werden. Außerdem wird der scharfen Knolle eine antibakterielle Wirkung nachgesagt. Probieren Sie den Muntermacher einfach aus!

Zutaten:

  • 200 ml Ingwertee (frisch zubereitet mit Bio-Ingwer)
  • 10 ml Mandelöl
  • 50 Gramm Naturseife (ohne Palmöl)
  • 5 Tropfen ätherisches Mandarinenöl

Zubereitung:

  1. Bereiten Sie den Ingwertee zu. Gießen Sie ihn nach einer Ziehzeit von 10 Minuten durch ein Sieb ab.
  2. Raspeln Sie die Seife in den Tee. Rühren Sie die Mischung mit einem Schneebesen um, bis sich die Seife vollständig aufgelöst hat.
  3. Geben Sie das Mandelöl und das Mandarinenöl dazu.
  4. Füllen Sie die Seife in einen Spender oder ein Glas um.
  5. Vor Gebrauch gut schütteln!

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4. Duschgel mit Zitrone und Orange – für den Frischekick am Morgen

Wer morgens verschlafen aus dem Bett torkelt und kaum die Augen aufbekommt, braucht eine Erfrischungsdusche, um motiviert und fit in den Tag zu starten. Dafür sorgt die belebende Kombination aus Zitrone und Orange.

Zutaten:

  • 150 ml destilliertes Wasser
  • 100 ml Zitronenöl
  • 50 Gramm Naturseife (ohne Palmöl)
  • Abrieb einer Bio-Zitrone
  • 5 Tropfen reines ätherisches Orangenöl

Zubereitung:

  1. Schälen Sie die Bio-Zitrone. Füllen Sie die Zitronenschale zusammen mit dem Zitronenöl in ein Schraubglas.
  2. Lassen Sie das Glas vier Tage im Kühlschrank stehen. Schütteln Sie es von Zeit zu Zeit, damit sich die ätherischen Öle der Frucht lösen.
  3. Raspeln Sie die Seife fein und geben Sie sie in das lauwarme destillierte Wasser.
  4. Geben Sie die Zitronenöl-Mischung dazu.
  5. Füllen Sie die entstandene Seife in einen Spender oder ein Glas um.
  6. Vor Gebrauch gut schütteln!

5. Duschgel mit Kokosmilch und Honig – für trockene, pflegebedürftige Haut

Ihre Haut ist rau, spannt und schmerzt? Trockene Haut braucht extra viel Feuchtigkeit und Pflege. Dafür ist die Kombination aus Kokosmilch, Kokosöl und Honig ideal.

Zutaten:

  • 150 ml destilliertes Wasser
  • 50 ml Kokosmilch
  • 50 Gramm Naturseife (ohne Palmöl)
  • 3 Esslöffel Bio-Honig
  • 5 Tropfen reines ätherisches Kokosöl
  • 2 Teelöffel Kokosöl

Zubereitung:

  1. Erwärmen Sie das destillierte Wasser und geben Sie die geraspelte Seife dazu.
  2. Gut umrühren, bis sich die Seife aufgelöst hat.
  3. Fügen Sie die Kokosmilch, Honig, Kokosöl und das ätherische Öl hinzu.
  4. Rühren Sie die Seife kräftig um, sodass eine homogene Masse entsteht.
  5. Füllen Sie die entstandene Seife in einen Spender oder ein Glas um.
  6. Vor Gebrauch gut schütteln!

6. Duschgel mit Pfefferminz – kühlendes Duschgel für heiße Tage

An heißen Sommertagen oder nach dem Sport ist eine kühlende Dusche eine besondere Wohltat. Spülen Sie Schweiß und Stress einfach mit kühlender Minze weg. Genießen Sie das Frischegefühl, das Ihren gesamten Körper erfasst. Verwenden Sie für Ihren Tee am besten frische marokkanische Minze. Die duftet besonders intensiv.

Zutaten:

  • 200 ml Pfefferminztee (mit frischer marokkanischer Minze)
  • 50 Gramm Naturseife (ohne Palmöl)
  • 2 Teelöffel Olivenöl
  • 8 Tropfen reines ätherisches Pfefferminzöl

Zubereitung:

  1. Bereiten Sie den Pfefferminztee frisch zu und lassen Sie ihn 10 Minuten ziehen.
  2. Raspeln Sie die Seife.
  3. Geben Sie den heißen Tee durch ein Sieb über die geraspelte Seife.
  4. Füllen Sie die Mischung mit dem Olivenöl und dem ätherischen Pfefferminzöl in eine Schraubglas.
  5. Kräftig durchschütteln, damit sich die Inhaltstoffe vermischen.
  6. Lassen Sie die Lotion abkühlen.
  7. Danach können Sie Ihr selbstgemachtes Duschgel in Flaschen oder Spender umfüllen.
  8. Vor Gebrauch gut schütteln!

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