Ist Kokosöl „pures Gift“ oder ein echtes Superfood?

Artikel-Quelle: Paleohacks

Während einige Menschen Kokosöl als Superfood bezeichnen, sagen andere, dass es ein wahrer Alptraum für Ihre Gesundheit und Ihren Cholesterinspiegel ist. Doch wer hat Recht?

Es gibt zwei große Lager, wenn es um Kokosöl geht: Das eine Lager, das von der deutschen Harvard-Professorin Katrin Michels angeführt wird, die Kokosöl als „reines Gift“ bezeichnete, glauben, der hohe Gehalt an ungesättigten Fettsäuren führe zu einem hohen Cholesterinspiegel. Andere Wissenschaftler weisen hingegen darauf hin, dass die Fettstruktur für den Cholesterinspiegel und die Herzgesundheit vorteilhaft sei.

Bevor wir auf die Argumente genauer eingehen, schauen wir uns an, was Kokosöl überhaupt ist, um die Debatte besser zu verstehen.

Was ist Kokosöl?

Kokosöl wird aus dem gepressten Fleisch frischer Kokosnüsse hergestellt. Es besteht mit 11,2 g pro Esslöffel fast ausschließlich aus gesättigten Fettsäuren. Diese Fettsäuren unterscheiden sich insofern von tierischen, gesättigten Fetten, wie Butter, dass sie einen hohen Anteil an mittelkettigen Fettsäuren (MCTs) aufweisen. Diese können vom Körper leichter verstoffwechselt werden und bleiben nicht lange genug im Blutkreislauf, um Cholesterinprobleme zu verursachen.

Diese Argumente sprechen gegen Kokosöl

Die Aussage, Kokosöl sei schlecht für den Cholesterinspiegel, basiert auf der Theorie, dass gesättigte Fettsäuren generell mit einem hohen Cholesterinspiegel assoziiert werden können. Zudem würden alle Arten gesättigter Fette den Lipoproteinspiegel im Blut (das „LDL“-Cholesterin) ansteigen lassen.

Da die LDL-Cholesterinmoleküle voluminöser sind als das „gesunde“ HDL-Cholesterin, neigt LDL dazu, die Arterien leichter zu verstopfen, während HDL-Moleküle dies nicht tun. Deshalb gilt ein höherer HDL-Spiegel und ein niedrigerer LDL-Spiegel im Allgemeinen als gesund.

Ältere Studien zeigen einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme hochgesättigter Fettsäuren und einem hohen Cholesterinspiegel. Zudem ergab der Ersatz von hochgesättigtem Milchfett durch Vollkornprodukte ein reduziertes Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Vor allem spezielle Brotsorten können die Herzgesundheit verbessern, das Risiko für Diabetes eindämmen und zu einer Gewichtsabnahme verwendet werden. Dabei sollten Sie folgende Dinge beherzigen:

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Andere Studien zeigten einen negativen Effekt bestimmter Fettsäuren im Kokosöl (z.B. der Laurinsäure) auf den Cholesterinspiegel. Diese Argumente könnten darauf hindeuten, dass Kokosöl generell den Cholesterinspiegel erhöhe und negative Folgen habe. Das Problem dieser Ansichtsweise ist, dass ein hoher Cholesterinspiegel nicht immer etwas Schlechtes bedeutet. Stattdessen ist es wichtiger, das Verhältnis und die Art des Cholesterins zu berücksichtigen.

Diese Argumente sprechen für Kokosöl

Während es Studien gibt, die gesättigte Fettsäuren per se als „schlecht“ bezeichnen, interpretieren andere Forscher die Ergebnisse unterschiedlich.

Wie wir bereits gesehen haben, zeigen ältere Studien eine Korrelation zwischen der Aufnahme gesättigter Fettsäuren und einem höheren Cholesterinspiegel, was angeblich das Risiko von Herzerkrankungen erhöhe. Dabei handelt es sich allerdings um einzelne Beobachtungsstudien, während neuere Vergleichsstudien keinen Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren und Herz-Kreislauf-Erkrankungen finden können.

Tatsächlich zeigen Langzeitstudien mit Menschen, die eine fettarme Ernährung im Vergleich zur fettreichen, westlichen Standard-Ernährung aufnehmen, dass es keinen Unterschied in der Häufigkeit der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zwischen den beiden Gruppen gibt.

Neuere Forschungen zeigen, dass gesättigte Fettsäuren Ihre Blutfette verbessern können, indem sie Ihre LDL-Cholesterinmoleküle vergrößern. Das Risiko für Herz-Erkrankungen kann hierdurch gesenkt werden, da große LDL-Partikel seltener oxidieren und sich in Ihren Arterien ablagern.

Darüber hinaus kann gesättigtes Fett Ihren Cholesterinspiegel verbessern, indem es Ihren „guten“ Cholesterinanteil, das HDL-Cholesterin erhöht, während fettarme Diäten diesen Wert eher senken.

Ein weiterer Denkanstoß: Bevölkerungsgruppen, die sich überwiegend von Kokosnüssen und gesättigten Fetten ernähren, wie die Tokelauer oder die Masai, zeigen trotz „hoher“ Cholesterinwerte eine niedrige Rate an Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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