Die Top 13 Histaminintoleranz Symptome (+Selbsttest)

Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Sodbrennen, Bauchkrämpfe – all das sind Symptome für eine der häufigsten und doch am seltensten diagnostizierten Unverträglichkeiten: Der Histaminintoleranz. Bis vor wenigen Jahren haben die meisten Mediziner nur laufende Nasen, juckende Haut und Bauchschmerzen nach einer Mahlzeit als Anzeichen für eine Lebensmittelallergie gewertet, aber in diesem Fall ist es nicht so einfach, denn so etwas wie typische Histaminintoleranz Symptome gibt es nicht. Zudem fallen Allergietests, die auf einer Antikörperreaktion beruhen, im Fall von Histamin meist negativ aus.

Während nur wenige Ärzte und Heilpraktiker dieses Gesundheitsproblem auf dem Zettel haben, wird uns das Thema in den nächsten Jahren erst so richtig packen. Experten zufolge leidet aktuell rund 1 Prozent der deutschen Bevölkerung an einer Histaminintoleranz, der Großteil davon (etwa 80%) sind Frauen mittleren Alters. (1)

Der Grund dafür, dass Histaminintoleranzen bisher nicht dieselbe Bekanntheit wie eine Gluten- oder Laktoseintoleranz haben, ist einfach: Die Störung wird oftmals nicht erkannt. Angesichts der Vielfalt der Symptome und dem unterschiedlich starken Auftreten der gesundheitlichen Probleme ist das jedoch verständlich!

Was ist eine Histaminintoleranz?

Laut dem Deutschen Ärzteblatt versteht man unter einer Histaminintoleranz ein „Ungleichgewicht von angereichertem Histamin und der Fähigkeit zu dessen Abbau“. Das bedeutet, dass Patienten nicht empfindlich auf Histamin reagieren – sie haben davon einfach zu große Mengen im Körper. Es gibt verschiedene Faktoren, die dazu beitragen, dass sich große Mengen an Histamin ansammeln oder dieses nicht ausreichend abgebaut wird.

Histaminintoleranz test

Viele Menschen assoziieren Histamin nur mit allergischen Reaktionen, dabei ist es unter normalen Umständen ein essenzieller Naturstoff, der drei wichtige Funktionen erfüllt: (2)

1. Neurotransmitter – Histamin wirkt als chemischer Botenstoff im Nervensystem, der zwischen den Nervenzellen (Neuronen) übertragen wird.

2. Bestandteil der Magensäure – Histamin hilft hier bei der Verdauung von Nahrungsmitteln.

3. Mediator von Entzündungsreaktionen – Histamin führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße, damit die Immunzellen die „feindlichen Eindringlinge“ schnell eliminieren können.

Wenn der Histaminspiegel im Körper allerdings zu hoch wird, wendet sich das Blatt und Histamin kann die Lebensqualität ernsthaft beeinträchtigen und in Extremfällen sogar zum Tod führen.

Im menschlichen Körper sind insbesondere zwei Enzyme für den Abbau von Histamin verantwortlich (3): Die Histamin-N-Methyltransferase (HNMT) im zentralen Nervensystem und die Diaminoxidase (DAO), die für den Abbau von Histamin aus der Nahrung verantwortlich ist.

In den meisten Fällen ist eine Fehlfunktion oder eine zu geringe Aktivität der DAO für die charakteristischen Histaminintoleranz Symptome verantwortlich. Warum die DAO Ihre Aufgabe, Histamin abzubauen, nicht erfüllt, kann interne und externe Ursachen haben (4):

  • Durch Magen-Darm-Erkrankungen kann die Menge an DAO verringert werden.
  • Bestimmte Medikamente können die DAO blockieren oder ihre Produktion reduzieren.
  • Viele „gesunde“ Lebensmittel haben einen hohen Histamingehalt und verstärken die Fehlfunktion der DAO.
  • Einige Nahrungsmittel können die Aktivität der DAO direkt blockieren.
  • Andere Komponenten der Ernährung verschlimmern die Probleme, da sie im Körper die Freisetzung von Histamin bewirken, auch wenn sie nicht histaminhaltig sind.

Die Top 13 Histaminintoleranz Symptome

Wenn im Körper zu hohe Histaminwerte vorliegen und der Körper gegen diese „Überschwemmung“ nicht gegen ankommt, können diverse, unterschiedlich stark ausgeprägte Symptome auftreten. (5)

Histaminintoleranz

  • Bauchkrämpfe
  • Unregelmäßiger Menstruationszyklus
  • Angstzustände
  • Atembeschwerden
  • Bindehautentzündung
  • Probleme beim Ein- und Durchschlafen
  • Verdauungsstörungen
  • Schwindelgefühl
  • Chronische Müdigkeit
  • Hitzewallungen
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Sodbrennen
  • Bluthochdruck
  • Zu niedriger Blutdruck
  • Juckende oder schuppige Haut
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Verstopfte Nase
  • Probleme mit den Nasennebenhöhlen
  • Häufiges Niesen
  • Herzrhythmus-Störungen
  • Gestörte Temperatur-Wahrnehmung
  • Entzündungsreaktionen und Hautschwellungen
  • Nesselsucht

Das breite Spektrum der Histaminintoleranz Symptome macht eine Diagnose recht schwer und führt dazu, dass Patienten oftmals mit diversen anderen Erkrankungen diagnostiziert werden, bevor die Intoleranz überhaupt in Betracht gezogen wird. Das Problem wird oft durch eine gemeinhin „gesunde“, nährstoffreiche Ernährung der Betroffenen verstärkt, mit der diese Ihre Symptome zu bekämpfen versuchen. Da viele als gesund geltende Lebensmittel jedoch Histamin in großen Mengen enthalten oder dessen Bildung im Körper triggern, werden die Symptome verschlimmert.

Häufige Ursachen einer Histaminintoleranz

DAO-Blockade oder zu wenig DAO

Wie weiter oben erwähnt, führt eine Blockade des Enzyms DAO dazu, dass das vorhandene Histamin (aus der Nahrung und das im Körper gebildete) nicht ausreichend abgebaut wird. Viele Lebensmittel enthalten Histamin, so dass eine reduzierte Menge an DAO oder ein blockiertes Enzym zum Auftreten der charakteristischen Symptome führt.

Gastrointestinale Störungen

Verschiedene Magen-Darm-Erkrankungen können zu einer Histaminintoleranz beitragen:(3)

  • Gluten-Unverträglichkeit und Zöliakie
  • Leaky-Gut-Syndrom
  • Morbus Crohn
  • Colitis ulcerosa
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Dünndarmfehlbesiedlung (SIBO)
  • Bakterielle Überwucherung

Histaminunverträglichkeit

UV-Licht und Medikamente

Einige Studien deuten darauf hin, dass UV-Licht eine Histamin-Freisetzung bewirken kann – jedoch sind für eine klare Aussage hierzu weitere Forschungen nötig.

Zudem ergab eine Studie, dass die Freisetzung auch durch einige Phenothiazine ausgelöst werden kann, die in Medikamenten zur Behandlung von Depressionen oder Ängsten enthalten sein können. Auch andere Medikamente können eine Verstärkung der Histaminintoleranz Symptome bewirken, wozu die folgenden gehören:

Jeder Patient, der Medikamente für die unten genannten Erkrankungen einnimmt und an wiederkehrenden „Allergiesymptomen“ leidet, sollte auf eine mögliche Histaminintoleranz prüfen: (8)

  • Nicht-steroidale, entzündungshemmende Medikamente
  • Arzneimittel, die das Immunsystem beeinflussen (z.B. Antikörper)
  • Antidepressiva & Antipsychotika
  • Antihistaminika
  • Medikamente bei Herzrhythmusstörungen
  • H2-Histamin-Blocker

Hier gilt es, im Einzelfall mit dem behandelnden Arzt ein neues Therapieschema abzustimmen, falls eine Histaminintoleranz diagnostiziert wird.

Diagnose & Therapie einer Histaminintoleranz

Wenn bei Ihnen eine Histaminintoleranz festgestellt wird und diese auf eine klar ersichtliche, externe Ursache (z.B. die Einnahme bestimmter Medikamente) zurückgeht, lässt sich das Problem recht einfach beheben. Nicht eindeutige Ursachen und deren Behandlung sind jedoch etwas komplexer. Ein Bluttest auf vorhandene DAO-Werte im Blut ist nicht überall verfügbar und kann falsche Ergebnisse liefern.

Stattdessen können Sie die folgenden 4 Strategien anwenden, wenn Sie testen wollen, ob Sie an einer Histaminintoleranz leiden:

1. Histaminreiche Lebensmittel eliminieren

Einer der ersten Schritte bei einer möglichen Histaminintoleranz ist eine sogenannte „Eliminationsdiät“. Lebensmittel mit einem hohen Histamingehalt werden für 1-3 Monate komplett aus der Ernährung eliminiert, um festzustellen, ob sich die Symptome verbessern. Die Lebensmittel werden dann einzeln wieder zugeführt und die darauf folgende Reaktion beobachtet.

DAO-Nahrungsergänzungen

Eine weitere Möglichkeit ist die Erhöhung der DAO-Menge im Körper durch die Einnahme von Zusatzpräparaten. Jedoch ist das Angebot an diesen Produkten bisher recht spärlich und die verfügbaren Mittel sind kostspielig. Sprechen Sie vor einer Einnahme in jedem Fall mit Ihrem Arzt.

Eiweißarme Ernährung

Da Histamin aus Aminosäuren besteht und diese aus eiweißhaltigen Lebensmitteln gewonnen werden, beeinflussen solche Produkte im Endeffekt auch den Histaminspiegel. Durch die recht lange Verdauungszeit von Eiweißen haben diese eine längere Verweildauer im Darm, was das bakterielle Wachstum fördern kann – eine mögliche Ursache für eine Histaminintoleranz.

Histaminarme Ernährung

Nicht nur eiweißreiche Lebensmittel sollten gemieden werden, sondern auch solche, die große Mengen Histamin enthalten.

  • Alkohol und andere fermentierte Getränke
  • Zitrusfrüchte – Orangen, Zitronen, Limetten und Grapefruit
  • Künstliche Farb- oder Konservierungsstoffe enthalten
  • Beeren – frisch, tiefgefroren oder aus Konserven
  • Schokolade und Kakaopulver
  • Trockenfrüchte
  • Fermentierte Milchprodukte wie Käse, Joghurt und Buttermilch
  • Fermentierte Lebensmittel – Essiggurken, Sauerkraut
  • Verarbeitetes Fleisch – geräuchert, gepökelt, fermentiert
  • Pilze, Spinat, Tomaten und Avocado
  • Meeresfrüchte
  • Gewürze, wie Currypulver, Cayenne, Chili, Gewürznelken, Zimt, Muskatnuss
  • Aromatisierter Tee
  • Tomatensoße
  • Essig, Ketchup, Senf und Fertigsoßen
  • Hefe

Histamin Lebensmittel

Histaminarme Diät-Lebensmittel

Für Betroffene ist es in der Regel nicht nur ratsam, histaminreiche Lebensmittel zu eliminieren, sondern auch solche, die die DAO blockieren bzw. die Bildung von Histamin im Körper fördern. Wenn Sie sich für diesen Weg entscheiden, ist Ihre Nahrungsmittelauswahl zunächst auf folgende Komponenten eingeschränkt:

  • Frischer Fisch
  • Rotes Fleisch und Geflügel (frisch zubereitet)
  • Eier (das Eiweiß kann bei manchen Personen eine Histamin-Ausschüttung bewirken)
  • Vollkornreis und Quinoa
  • Frisches Obst: Apfel, Cantaloupe, Trauben, Mango, Blaubeeren, Wassermelone
  • Frisches Gemüse, ausgenommen Avocado, Auberginen, Spinat, Tomaten und Pilze
  • Mandeln, Kerne und Samen in Maßen
  • Milchersatzprodukte – Mandel-, Kokos- und Reismilch ohne Zuckerzusatz
  • Bio-Mozzarella ohne Zitronensäure, Butterkäse (individuell unterschiedlich)
  • Olivenöl und Kokosöl zum Kochen
  • Kräuter
  • Kräutertees, Roibostee (ohne Aroma), entkoffeinierter Kaffee

Die Liste erscheint zunächst recht kurz, doch je mehr Sie sich damit auseinandersetzen, desto mehr geschmackvolle Lösungen werden Sie daraus zusammenstellen können. Bei einigen Betroffenen dauert es einige Zeit, bis die auftretenden Symptome gelindert werden oder gänzlich ausbleiben. Sobald aber die richtige Diagnose gestellt ist, haben Sie die größte Hürde genommen und können die Ursachen Ihrer Histaminintoleranz an der Wurzel packen. Dann können Sie auch ausprobieren, einzelne Lebensmittel nach und nach in Maßen wieder in Ihre Ernährung zu integrieren. Tun Sie dies jedoch nur unter ärztlicher Überwachung und nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

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2 KOMMENTARE

  1. Danke schön für die vielen Tipps — Ischias ist eingeklemmte Muskel?
    Ich habe ständig schon Jahrelang Rückenschmerzen ca 45 Jahre ; mein Arzt sagte „altersbedingt“ ;—) … ich habe seit meinen 16. Lebensjahr immer schwer gearbeitet — 1990 hatte ich den ersten Bandscheiben Vorfall — 1998 op. Eine zeitlang ging’s besser, jetzt wieder seit 2004 starke Schmerzen, die kurzzeitig nach verschiedenen Therapien Erleichterung gaben, zur Zeit bin ich wieder auf 10x Therapie — die Turnübungen mache ich regelmäßig so gut ich kann seit vielen Jahren ( Armen kreisen, Dehnübungen, … uvm; ) Rücken schwimmen in der Therme ab und zu — (Vertrage nur warmes Wasser! ) leider ist die nächstgelegene Therme 70 km von mir, und sehr teuer, 3 Std knapp 15€;
    Meine Frage dazu: was kann man bei chronischen Rückenschmerzen sinnvolles noch tun?

    • Hallo Bettina,

      die Antwort auf diese Frage ist sehr komplex und ohne genaue Kenntnisse Ihrer Vorgeschichte und Ihrer gesundheitlichen Situation nicht einschätzbar. Wir raten Ihnen daher dringend, einen guten Orthopäden und/oder Chiropraktiker aufzusuchen, um die erwünschten Hilfestellungen zu bekommen.

      Vitale Grüße,
      Ihr Team von „Vital und Fit“

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